Warum entstehen kleine weiße Punkte unter den Augen?

Nahaufnahme der Unteraugenpartie mit sichtbaren Milien – kleinen weißen Zysten auf porzellanfarbener Haut.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Siehe den vollständigen Disclaimer am Ende des Artikels.

Kleine weiße Punkte unter den Augen sind fast immer sogenannte Milien, auch Milia genannt. Es handelt sich dabei um winzige, gutartige Zysten, die sich direkt unter der Hautoberfläche bilden, wenn abgestorbene Hautzellen nicht richtig abgeschilfert werden und sich stattdessen einschließen. Sie sind harmlos, können aber hartnäckig sein und lassen sich nicht einfach ausdrücken. In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen rund um Milien, ihre Ursachen und was wirklich dagegen hilft.

Was sind die kleinen weißen Punkte unter den Augen genau?

Die kleinen weißen Punkte unter den Augen sind Milien, auch als Milia bekannt. Milien sind kleine, perlförmige Zysten, die aus eingeschlossenem Keratin, also dem Strukturprotein der Haut, bestehen. Sie messen in der Regel ein bis zwei Millimeter im Durchmesser, liegen direkt unter der Hornschicht der Haut und fühlen sich fest an. Im Gegensatz zu Mitessern haben sie keine Öffnung zur Hautoberfläche.

Milien können grundsätzlich überall im Gesicht auftreten, bevorzugen jedoch die empfindliche Haut rund um die Augen. Dort ist die Haut besonders dünn, was die Zysten sichtbarer macht. Sie sind weder entzündet noch schmerzhaft und stellen keinerlei gesundheitliches Risiko dar. Trotzdem empfinden viele Menschen sie als kosmetisch störend, besonders wenn sie in Gruppen auftreten.

Medizinisch unterscheidet man zwischen primären und sekundären Milien. Primäre Milien entstehen spontan aus Haarfollikeln oder Schweißdrüsen ohne erkennbaren äußeren Auslöser. Sekundäre Milien entwickeln sich als Reaktion auf Hautschäden, etwa nach Verbrennungen, Schürfwunden oder nach dem Einsatz bestimmter Hautpflegeprodukte.

Wie entstehen Milien unter den Augen?

Milien entstehen, wenn abgestorbene Hautzellen nicht an die Oberfläche gelangen und sich stattdessen unter der Haut einschließen. Normalerweise wandern abgestorbene Keratinozyten durch die Hautschichten nach oben und werden abgeschilfert. Funktioniert dieser Prozess nicht reibungslos, bildet sich eine kleine Kapsel aus Keratin, die als Milium sichtbar wird.

Die Haut unter den Augen ist von Natur aus besonders fein und verfügt über weniger Talgdrüsen als andere Gesichtspartien. Das macht sie zwar weniger anfällig für Akne, aber gleichzeitig anfälliger für Milien, weil der natürliche Selbstreinigungsmechanismus der Haut hier langsamer arbeitet. Hinzu kommt, dass viele Menschen in der Augenpartie reichhaltige Pflegeprodukte verwenden, die den Erneuerungsprozess der Haut zusätzlich verlangsamen können.

Welche Faktoren begünstigen die Bildung von Milien?

Mehrere Faktoren können die Entstehung von Milien unter den Augen begünstigen. Dazu gehören zu reichhaltige Pflegeprodukte, mangelnde Hautexfoliation, genetische Veranlagung und bestimmte Hauterkrankungen. Keiner dieser Faktoren allein ist zwingend verantwortlich, oft wirken mehrere zusammen.

Zu den häufigsten begünstigenden Faktoren zählen:

  • Zu reichhaltige oder okkludierende Cremes: Schwere Texturen, die die Poren verschließen, können den natürlichen Zellabstoßungsprozess behindern. Besonders in der Augenpartie sollten Pflegeprodukte leicht und gut verträglich sein.
  • Fehlende Exfoliation: Wer die Haut nie sanft peelt, verhindert, dass abgestorbene Zellen regelmäßig abgetragen werden.
  • Sonnenschäden: Chronische UV-Schädigung verdickt die Hornschicht und erschwert die normale Zellabstoßung.
  • Genetische Veranlagung: Manche Menschen neigen von Natur aus stärker zu Milien als andere, unabhängig von ihrer Pflegeroutine.
  • Bestimmte Medikamente oder Hauterkrankungen: Kortisoncremes oder Erkrankungen wie Porphyria cutanea tarda können sekundäre Milien auslösen.
  • Hautirritationen und Verletzungen: Nach Schürfwunden, Verbrennungen oder aggressiven Behandlungen kann sich die Haut mit Milien regenerieren.

Gehen weiße Punkte unter den Augen von selbst weg?

Milien können von selbst verschwinden, aber das dauert oft Monate bis Jahre und ist nicht garantiert. Bei Neugeborenen, die häufig Milien entwickeln, lösen sich die Zysten in der Regel innerhalb weniger Wochen auf. Bei Erwachsenen ist der Verlauf deutlich langsamer, und viele Milien bleiben ohne gezielte Behandlung dauerhaft bestehen.

Ob und wie schnell Milien von selbst verschwinden, hängt von ihrer Ursache ab. Primäre Milien, die ohne erkennbaren Auslöser entstanden sind, lösen sich gelegentlich auf, wenn sich der Hauterneuerungsprozess normalisiert. Sekundäre Milien, die durch Hautschäden oder falsche Pflege entstanden sind, bilden sich seltener von allein zurück.

Wer auf eine Besserung wartet, sollte die Pflegeroutine überprüfen und gegebenenfalls auf leichtere Produkte umsteigen. Eine regelmäßige, sanfte Exfoliation kann den natürlichen Abschilferungsprozess unterstützen und verhindern, dass neue Milien entstehen. Geduldiges Abwarten ist also eine Option, aber keine zuverlässige Strategie.

Was hilft gegen Milien – und was sollte man besser lassen?

Gegen Milien helfen sanfte Exfoliation, professionelle Entfernung durch einen Arzt oder eine Kosmetikerin sowie die Anpassung der Hautpflege. Was man unbedingt vermeiden sollte: das eigenständige Ausdrücken oder Aufstechen der Milien, da dies Entzündungen, Narben und Infektionen verursachen kann.

Was wirklich hilft

Eine der effektivsten Maßnahmen ist die regelmäßige Anwendung von Produkten mit Retinol oder Retinsäure, die die Zellregeneration ankurbeln und die Hornschicht sanft ausdünnen. Auch Produkte mit Salicylsäure oder milden AHAs (Alpha-Hydroxysäuren) wie Glykolsäure können helfen, indem sie abgestorbene Zellen lösen und den Weg für eine gesunde Hautoberfläche freimachen. Wichtig: In der empfindlichen Augenpartie sollte man mit niedrigen Konzentrationen beginnen und die Reaktion der Haut beobachten.

Die zuverlässigste Methode ist die professionelle Entfernung. Ein Arzt oder eine erfahrene Kosmetikerin kann Milien mit einer feinen Nadel oder einem Skalpell öffnen und den Keratinkern herauslösen. Das klingt invasiver, als es ist, dauert nur wenige Minuten und hinterlässt bei fachgerechter Durchführung keine Narben. Auch Laser- oder Kryotherapie werden gelegentlich eingesetzt.

Was man besser lassen sollte

Das eigenständige Ausdrücken oder Aufstechen von Milien ist keine gute Idee. Anders als Mitesser haben Milien keine Öffnung, durch die der Inhalt entweichen könnte. Wer trotzdem versucht, sie auszudrücken, riskiert Hautverletzungen, Entzündungen und im schlimmsten Fall dauerhafte Narben in einer sehr sichtbaren Gesichtszone. Auch aggressive Peelings oder stark reizende Produkte sollten in der Augenpartie vermieden werden.

Unsere ästhetischen Behandlungen in München bieten individuelle Lösungen für Hautanliegen wie Milien, die professionell und sicher durchgeführt werden. Informieren Sie sich gerne über unser Leistungsangebot, wenn Sie eine fachkundige Beratung suchen.

Wann sollte man wegen weißer Punkte unter den Augen zum Arzt?

In den meisten Fällen sind Milien harmlos und kein medizinischer Notfall. Ein Arztbesuch ist jedoch sinnvoll, wenn die Punkte sich entzünden, schmerzen, wachsen oder in großer Zahl und ohne erkennbaren Grund auftreten. Auch wenn Hausmittel und angepasste Pflege über mehrere Monate keine Verbesserung bringen, ist eine professionelle Einschätzung empfehlenswert.

Folgende Zeichen sprechen dafür, einen Arzt aufzusuchen:

  • Die weißen Punkte röten sich, schwellen an oder schmerzen.
  • Es entstehen plötzlich sehr viele Milien ohne erkennbaren Auslöser.
  • Die Zysten wachsen oder verändern ihre Form und Farbe.
  • Sie treten im Zusammenhang mit anderen Hautsymptomen auf.
  • Selbst angepasste Pflege und sanfte Exfoliation zeigen über Monate keine Wirkung.

Ein Dermatologe kann Milien sicher diagnostizieren, von anderen Hautveränderungen wie Xanthelasmen (Fettablagerungen) oder flachen Warzen abgrenzen und eine geeignete Behandlung empfehlen. Wer Milien professionell entfernen lassen möchte, ist bei einem erfahrenen Arzt in den besten Händen, da die empfindliche Haut rund um die Augen besonderes Feingefühl erfordert.

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